Erzählcafé 1990er Jahre

Erzählerin am Mikrofon
Ab 19.4. starten wir eine neue Reihe in Kooperation mit der Stadtbibliothek Leipzig: Umbruchserfahrungen - Ein Erzählcafé über die 1990er Jahren in und um Leipzig.

Aktuell: Interview mit Michael Hofmann bei RADIO BLAU

Am 16. Mai hat Michael Hofmann 20 min lang mit Hilmar Neuroth von Radio Blau im Abendprogramm über Idee und Erfahrungen mit dem Erzählcafé als Methode gesprochen. Das Interview ist hier verlinkt.

Umbruchserfahrungen. Ein Erzählcafé über die 1990er Jahre in und um Leipzig

Die neue Reihe widmet sich der jüngeren Leipziger Stadtgeschichte. Leipzig erlebte in den 1990er Jahren enorme wirtschaftliche, bauliche und soziokulturelle Veränderungen. Wir wollen die Generation zu Wort kommen lassen, deren Lebenslauf sich 1990 radikal geändert hat: Die Arbeitswelt, die Wohnsituation, das Stadtbild, die Kultur und das Zusammenleben - alles hat sich verändert. Wir wollen die Erfahrungen und lokalpolitischen Handlungsmuster in den 1990er Jahren beleuchten und der Lebensleistung der Bürgerinnen und Bürger in dieser Umbruchszeit Hörbarkeit und Respekt verschaffen.

Im Erzählcafé zu den 1990er Jahren kommen persönliche Erfahrungen des Umbruchs in der Stadt zur Sprache, die als Gewinne oder Benachteiligungen erfahren wurden. Dabei soll keine Klagemauer errichtet, sondern nach Eingriffsmöglichkeiten für das eigene Engagement gefragt werden. Die Moderation durch unseren Stifter Prof. Michael Hofmann stellt sicher, dass die Teilnehmenden offen über ihre erlebten Umbruchserfahrung sprechen können und eine wertschätzende Reflexion erwarten können.

Die Umbruchserfahrungen der 1990er Jahre werden in generationenübergreifenden Erzählungen in Familien und Freundeskreisen wach gehalten. Den Austausch über diese Erfahrungen und Erlebnisse zu organisieren, ist Anliegen des Projektes. Mit dem Erzählcafé werden diese Erinnerungen im öffentlichen Diskurs wahrnehmbar und dokumentiert - wie es Tradition der Methode "Oral History" ist. Mehr zum Hintergrund für das Erzählcafé beschreibt der Initiator und Moderator Michael Hofmann HIER.

Themen und Termine

Die Reihe Erzählcafé soll von April bis Dezember 2022 im Monatsrythmus je an einem Dienstag ab 16 Uhr in der Stadtbibliothek (Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11) stattfinden. Beginn ist der 19. April. Der Fokus liegt auf Fragen der Neuorientierung im Alltag. Geplante Erzählthemen sind:

  • Alltag, Geselligkeit und Engagement - 19.4.
    • Für jeden Ostdeutschen veränderte sich in den 1990er Jahren das Alltagsleben: Es sollen die Erfahrungen mit den Umbrüchen im Alltagsleben erzählt werden. Zielfragen sind Verluste (Freundschaften, Gewohnheiten, Sicherheiten) und Gewinne (neue Freunde, Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, neue Gerüche und Genüsse). Wie erleben Sie die Veränderungen Ihrer Heimatstadt Leipzig?

  • Kultur, Freizeit und Urlaub in den 1990er Jahren - 17.5.
    • In den 1990er Jahren machten die Ostdeutschen neue Erfahrungen mit kultureller Vielfalt und Reisefreiheit. Es sollen Geschichten von (neuen) kulturellen Begegnungen, bürgerschaftlichem Engagement und den einprägsamen Reisen erzählt werden.

  • Umorientierungen in Beruf und Anstellung - 14.6.
    • Die Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit, beruflichen Neuorientierungen, Umschulungen, von Pendlerexistenzen und Neuetablierungen sollen erzählt werden. Es sollen auch Geschichten von Existenzgründern und Erfahrungen mit Ich-AGs besprochen werden.

  • Festung Familie - 16.8.
    • In Umbruchszeiten erweisen sich die Familien oftmals als Stabilitätsanker. Es sollen Geschichten familiären Zusammenhalts, gemeinsamer Aktivität, aber auch von Konflikten und Trennung erzählt werden.

  • Liebe, Lust und Freundeskreise - 4.10.
    • Welche Freunde sind Freunde geblieben, welche nicht? Welche neue Liebe oder Freundschaft entstand? Was sind Ihre sinnlichen Entdeckungen nach 1990?

  • Westerfahrungen - 1.11.
    • Wohin führte Sie ihre erste Westreise? Erfahrungen mit dem westlichen Ausland und mit Westdeutschen in Leipzig…

  • Meine 1990er - 6.12.
    • Was erzähle ich meinen Enkeln über diese Zeit? Generationen und Umbruchserfahrungen. Abschlussveranstaltung.

Kooperation

Die Städtischen Bibliotheken sind unser hoch geschätzter Kooperationspartner. Die Erinnerungen der Leipzigerinnen und Leipziger an dieses Stück Stadtgeschichte werden dokumentiert und in einer gedruckten Fassung der Bibliothek für Bestand und Ausleihe übergeben. Die Dokumentation sowie eine Auswahl der Mitschnitte wird auf der Homepage der Stiftung zugänglich bleiben.

Förderung

Das Projekt wird mit Zuschüssen des Kulturamtes der Stadt Leipzig und dem Mitmachfond simul+ des Freistaats Sachsen gefördert. Zusätzlich setzen wir Eigenmitteln und  viel ehrenamtliches Engagament ein.

Fotos: Winfried Kurtzke

 

 

 

Interesse?

Wir suchen Helferinnen und Helfer für Transkription und beim Tischdecken. Bitte melden!

Eine Anmeldung zur Veranstaltung empfehlen wir.