Erzählcafé 1990er Jahre

sprecherin am Mikrofon
Im Erzählcafé zu den 1990er Jahren sprechen die Gäste über die eigenen Erfahrungen in dieser spannenden Umbruchszeit.

6. Dezember: Was erzähle ich meinen Enkeln?

Im letzten Erzählcafé über die 1990er Jahre bitten wir Sie als Erzählerinnen und Erzähler, Fazit zu ziehen: Was haben die Jahre des Umbruchs für Sie und Ihre Familie gebracht? Es geht darum, Ihre Hoffnungen, Ängste und Befürchtungen, den Aktivismus und die Lähmungen jener Zeit gegeneinander aufzuwiegen. Am ehesten fallen uns wohl die Heldengeschichten ein, Geschichten, in denen wir uns durchgesetzt haben, die richtigen Entscheidungen trafen. Aber auch das Abwarten, das Aus- und Festhalten am Gelernten und Gewohnten konnte eine gute Strategie jener Jahre sein. Und was bleibt nun von dieser Zeit?

Wir laden zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen. Prof. Dr. Michael Hofmann und Angelika Kell moderieren. Um Anmeldung zur Veranstaltung bitten wir.


Umbruchserfahrungen. Ein Erzählcafé über die 1990er Jahre in und um Leipzig

Die neue Reihe widmet sich der jüngeren Leipziger Stadtgeschichte. Leipzig erlebte in den 1990er Jahren enorme wirtschaftliche, bauliche und soziokulturelle Veränderungen. Wir wollen die Generation zu Wort kommen lassen, deren Lebenslauf sich 1990 radikal geändert hat: Die Arbeitswelt, die Wohnsituation, das Stadtbild, die Kultur und das Zusammenleben - alles hat sich verändert. Wir wollen die Erfahrungen und lokalpolitischen Handlungsmuster in den 1990er Jahren beleuchten und der Lebensleistung der Bürgerinnen und Bürger in dieser Umbruchszeit Hörbarkeit und Respekt verschaffen.

Im Erzählcafé zu den 1990er Jahren kommen persönliche Erfahrungen des Umbruchs in der Stadt zur Sprache, die als Gewinne oder Benachteiligungen erfahren wurden. Dabei soll keine Klagemauer errichtet, sondern nach Eingriffsmöglichkeiten für das eigene Engagement gefragt werden. Die Moderation durch unseren Stifter Prof. Michael Hofmann stellt sicher, dass die Teilnehmenden offen über ihre erlebten Umbruchserfahrung sprechen können und eine wertschätzende Reflexion erwarten können.

Die Umbruchserfahrungen der 1990er Jahre werden in generationenübergreifenden Erzählungen in Familien und Freundeskreisen wach gehalten. Den Austausch über diese Erfahrungen und Erlebnisse zu organisieren, ist Anliegen des Projektes. Mit dem Erzählcafé werden diese Erinnerungen im öffentlichen Diskurs wahrnehmbar und dokumentiert - wie es Tradition der Methode "Oral History" ist. Mehr zum Hintergrund für das Erzählcafé beschreibt der Initiator und Moderator Michael Hofmann HIER.

Themen und Termine

Die Reihe Erzählcafé findet von April bis Dezember 2022 im Monatsrythmus je an einem Dienstag ab 16 Uhr in der Stadtbibliothek (Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11) statt. Der Fokus liegt auf Fragen der Neuorientierung im Alltag. Michael Hofmann hat bei Radio Blau über Idee und Erfahrungen mit dem Erzählcafé als Methode gesprochen. Das Interview ist hier verlinkt.

Erzählthemen für die 1990er Jahre:

  • Alltag, Geselligkeit und Engagement - 19.4.
    • Für jeden Ostdeutschen veränderte sich in den 1990er Jahren das Alltagsleben: Es sollen die Erfahrungen mit den Umbrüchen im Alltagsleben erzählt werden. Zielfragen sind Verluste (Freundschaften, Gewohnheiten, Sicherheiten) und Gewinne (neue Freunde, Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, neue Gerüche und Genüsse). Wie erleben Sie die Veränderungen Ihrer Heimatstadt Leipzig?

  • Kultur, Freizeit und Urlaub in den 1990er Jahren - 17.5.
    • In den 1990er Jahren machten die Ostdeutschen neue Erfahrungen mit kultureller Vielfalt und Reisefreiheit. Es sollen Geschichten von (neuen) kulturellen Begegnungen, bürgerschaftlichem Engagement und den einprägsamen Reisen erzählt werden.

  • Umorientierungen in Beruf und Anstellung - 14.6.
    • Die Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit, beruflichen Neuorientierungen, Umschulungen, von Pendlerexistenzen und Neuetablierungen sollen erzählt werden. Es sollen auch Geschichten von Existenzgründern und Erfahrungen mit Ich-AGs besprochen werden.

  • Festung Familie und Wohnen - 16.8.
    • In Umbruchszeiten erweisen sich die Familien oftmals als Stabilitätsanker. Es sollen Geschichten familiären Zusammenhalts, gemeinsamer Aktivität, aber auch von Konflikten und Trennung erzählt werden.

  • Liebe, Lust und Freundeskreise - 4.10.
    • Welche Freunde sind Freunde geblieben, welche nicht? Welche neue Liebe oder Freundschaft entstand? Was sind Ihre sinnlichen Entdeckungen nach 1990?

  • Ossis im Westen und Wessis im Osten - Ost- und Westerfahrungen - 1.11.
    • Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen in den 1990er Jahren! Welche Erfahrungen haben Sie als Ostdeutsche mit Westdeutschen gemacht, wie erinnern Sie sich als Westdeutsche an ihren ersten Jahren in Leipzig? Sind neue Beziehungen entstanden, welche haben gehalten?

  • Meine 1990er - 6.12.
    • Was erzähle ich meinen Enkeln über diese Zeit? Generationen und Umbruchserfahrungen. Abschlussveranstaltung.

Kooperation

Die Städtischen Bibliotheken sind unser hoch geschätzter Kooperationspartner. Die Erinnerungen der Leipzigerinnen und Leipziger an dieses Stück Stadtgeschichte werden dokumentiert und in einer gedruckten Fassung der Bibliothek für Bestand und Ausleihe übergeben. Die Dokumentation sowie eine Auswahl der Mitschnitte wird auf der Homepage der Stiftung zugänglich bleiben.

 

Förderung

Das Projekt wird mit Zuschüssen des Kulturamtes der Stadt Leipzig und dem Mitmachfond simul+ des Freistaats Sachsen gefördert. Zusätzlich setzen wir Eigenmitteln und  viel ehrenamtliches Engagament ein.


Einladung: Stiftung Friedliche Revolution sucht Zeitzeugen für Projekt O-TON

Die Einladung zur Mitwirkung am Projekt O-TON finden Sie HIER. Es geht - ähnlich wie im Erzählcafé - um erlebte Geschichte. Wenn Sie dazu beitragen möchten, lesen Sie die Einladung und melden sich bei den Ansprechpartnern.

"Hier sprechen die Menschen für sich selbst - unkom­mentiert und ungekürzt. Jede Biografie ist besonders und birgt für sich genommen einen Erfahrungs­ schatz. Dabei geht es uns nicht um die großen Ereignisse und ihre Chronologie, sondern um persönliche Erinnerungen - an das Leben in der DDR, den Umbruch 1989/90 und die Transformation hinein in eine neue Realität. Wir führen biografische Gespräche, die nur im Ton aufgezeichnet werden. Weil Erinnerungen Raum und Ruhe brauchen, bringen wir Zeit mit, hören zu und fragen nach. Sie entscheiden, was sie von Ihrem Leben erzählen wollen. Nach dem Gespräch entfernen wir Pausen, Störungen und Versprecher. Dann senden wir Ihnen die Aufnahme zur Freigabe und persönlichen Nutzung."

Carsten Möller - Projektleiter O-TON

 

Interesse?

Eine Anmeldung zur Veranstaltung empfehlen wir.